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Wladislaw Kopera

Polnischer Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter – wegen einer Beziehung zu einer deutschen Frau inhaftiert und deportiert

WLADISLAW KOPERA wurde am 19. März 1913 in Wola-Jankowska (Polen) geboren. Im September 1939 wurde er als Soldat der polnischen Armee (18. Infanterieregiment) von der deutschen Wehrmacht gefangen genommen. Er verbrachte über ein Jahr in deutschen Kriegsgefangenenlagern, u. a. im Stalag VIII-B in Lamsdorf (heute Łambinowice) und im Stalag V-B in Villingen.

Am 23. Januar 1941 wurde er als Zivilarbeiter einer Landwirtsfamilie im südbadischen Opfingen zugeteilt – dort arbeitete er auf dem Hof der Familie Kiechle. Er begann eine Beziehung mit EMILIE KIECHLE, der Tochter des Hauses.

Als ihre verbotene Beziehung entdeckt wurde, flüchteten die beiden – wurden jedoch am 8. September 1942 von der Gestapo verhaftet. Nach kurzer Inhaftierung in Freiburg wurde WLADISLAW über das Gefängnis Bruchsal ins KZ Dachau (Ankunft: 24. Dezember 1942) deportiert. Am 8. Januar 1943 wurde er weiter ins KZ Sachsenhausen gebracht, später vermutlich auch ins Sonderlager Hinzert.

Ein Dokument vom Oktober 1943 legt nahe, dass das laufende „Eindeutschungsverfahren“ – das die Heirat mit Emilie legalisieren sollte – seine Ermordung verhinderte.

Irgendwann gelang ihm offenbar die Flucht. Eine Zeitzeugin berichtete, dass er noch einmal bei Emilie auf dem Hof erschien, dort aber Emilie mit ihre Tochter (eines anderen Mannes) sah und verschwand.

WLADISLAW KOPERA lebte später in Frankreich, heiratete eine Französin und bekam drei Kinder. Die Familie lebte bei Paris. Sein erstes Kind verstarb im Säuglingsalter. Seine Tochter berichtet, dass er zeitlebens unter Alpträumen litt und nie über seine Erlebnisse sprach. Seine polnische Heimat sah er nie wieder.

WLADISLAW KOPERA starb im August 1981. Erst 2024 – über 80 Jahre nach den Ereignissen – konnte seine Familie Dank der Recherchen der Nachkommen EMILIE KIECHLE gefunden und die Schicksale des jeweils anderen informiert werden.

Die Biographie von WLADISLAW KOPERA wurde uns durch die Enkelin von EMILIE KIECHLE, Anita Gremmelspacher, zur Verfügung gestellt.