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Toni Waelder-Kugler

TONI WAELDER wird am 4. Februar 1906 als Tochter des Ehepaares Hugo Waelder und FLORA METZGER-WAELDER 421 in Rottweil geboren. Zusammen mit ihrer jüngeren Schwester HELENE WAELDER 433 wächst sie in einem schwäbisch-mittelständischen Geschäftshaushalt auf und besucht die üblichen Primar- und Sekundarschulen am Ort. Ihr schulischer und später beruflicher Werdegang ist seit dem Umzug der Familie nach Freiburg um 1920 nicht mehr genau nachweisbar. Vielleicht erlernt sie den kaufmännischen Beruf unter der Ägide ihres Vaters; denn seit 1930 fungiert sie als Geschäftsführerin im elterlichen Betrieb und insbesondere nach dem Tod Hugo Waelders im Jahre 1932 in alleiniger Regie.

In den folgenden 10 Jahren wird TONI WAELDER angesichts vieler Herausforderungen vor schwierige Entscheidungen gestellt; diese sind:

  • die Übernahme der geschäftlichen Verantwortung nach dem Tod ihres Vaters;
  • die Hinnahme der Liquidation der Firma durch die Nazis schon 1935;
  • die Flucht ihrer Schwester HELENE NEUBERGER und deren Familie 1937 mit den beiden Kindern über die Schweiz in die USA;
  • und ihr eigener Verbleib zusammen mit der Mutter ab 1937 in der Freiburger Schillerstr. 2.

Aber auch sie wird ihre Mutter verlassen. In Walter Levi findet sie einen Ehepartner, welcher auf die sofortige Flucht angesichts der immer mehr den Frieden in Europa bedrohenden außenpolitischen Situation drängt. Es gelingt dem Paar noch in den letzten Monaten vor Ausbruch des Krieges im September 1939 die Flucht in die USA.

Doch bereits wenige Monate später verstirbt Walter Levi in den USA. Trotz dieser tragischen Situation gelingt TONI LEVI und HELENE NEUBERGER eine großartige Leistung: Es sind die schwierigen, doch erfolgreichen Bemühungen der beiden Schwestern, ihre Mutter aus den französischen Internierungslagern KZ-Gurs und KZ-Noé zu befreien und sie im Jahre 1942 über Marseille und Cuba zu sich in die USA (und damit vor dem sicheren Tod) gerettet zu haben.

Im Jahre 1944 geht die Witwe TONI LEVI in Los Angeles eine neue Ehe mit Stefan Kugler ein. Sie verstirbt 10 Jahre später im Alter von nur 54 Jahren in dieser Stadt.

Quellen: Staatsarchiv Freiburg, F196/1 – 4654, 12139. Ebenso F166/3 – 1525.